03. Spieltag: Veritas vs. Perleberg 2:2
Veritas verspielt zweimalige Führung
Einheit-Torschütze Sebastian Holtz wird in dieser Szene von den Veritas-Akteuren Martin Gehrke (l.) und Norman Hurlbrink bedrängt. Rechts beobachtet Jens Barsewitz den Dreikampf. Torsten Gottschalk
WITTENBERGE - Keinen Sieger fand am 3. Spieltag der Fußball-Landesklasse West das Prignitzderby zwischen dem FSV Veritas Wittenberge/Breese und dem SSV Einheit Perleberg. Vor gut 350 Zuschauern im Wittenberger Ernst-Thälmann-Stadion trennten sich die ewigen Rivalen am Sonnabend 2:2 (1:1). Zweimal ging Veritas durch Kevin Lechleitner (34.) und Norman Hurlbrink (65.) in Führung, doch die Gäste hatten durch Sebastian Holtz (45.) und Jens Theidig (84.) die passende Antwort parat.
So richtig zufrieden waren beide Trainer nach dem Schlusspfiff nicht. "Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Wir waren heute aber die bessere Mannschaft, haben zwei Punkte liegen gelassen", ärgerte sich Gästecoach Andreas Holtz. Angefressen war Veritas-Trainer Christian Krause. "Das war eine schwache Vorstellung von uns. Zum Glück haben wir wenigstens einen Punkt geholt", meinte Krause, der vor allem das Zweikampfverhalten bei seinen Leuten vor den Gegentoren kritisierte. "Da müssen wir entschlossener zur Sache gehen."
Einheit bestimmte in der umkämpften, aber sicher nicht hochklassigen Partie zunächst das Geschehen. Erst verfehlte ein Holtz-Kopfball das Veritas-Gehäuse (4.), dann klärte FSV-Keeper Martin Marx nach einem Konter vor Patrick Mostaller (13.). Sieben Minuten später rasierte ein Hinterhaltsschuss von William Richart die Torlatte des Marx-Gehäuses. Die Gastgeber agierten in dieser Phase beim Spielaufbau zu fehlerhaft und konnten kaum Akzente setzen. Erst nach 24 Minuten setzte Benjamin Kampehl mit einer Direktabnahme, die über das Einheit-Tor segelte, ein erstes Achtungszeichen. Kurz darauf leitete der Mittelfeldspieler mit einem Fehlpass im Mittelkreis einen Konter ein. Doch der auf und davon stürmende Mostaller nahm das Geschenk nicht an und verzog aus aussichtsreicher Position.
Wie aus dem Nichts fiel dann das 1:0 (34.). Einen von Keeper Marx lang in die Spitze geschlagenen Ball verlängerte Kevin Lechleitner mit dem Kopf in den Perleberger Strafraum. Einheit-Keeper Kevin Torster, irritiert von Sebastian Gückel, streckte sich vergeblich nach dem ins untere Eck segelnde Leder.
Nachdem ein Kampehl-Schuss (45.) nicht von Erfolg gekrönt war, schlugen die Gäste kurz vor der Pause zurück. Die Veritas-Abwehr bekam den Ball nicht aus dem Strafraum und Sebastian Holtz nutzte die Gelegenheit und markierte aus dem Gewühl heraus den verdienten Ausgleich.
Nach der Pause verpassten beide Seiten zunächst ihre Chancen auf den Führungstreffer. Als Patrick Mostallers Treffer nach einer Stunde Spielzeit von Schiedsrichter Dirk Bigesse (Potsdam) wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht anerkannt wurde, war Einheit-Trainer Holz bedient. "Das war für mich die spielentscheidende Szene. Der Ball kam vom Gegner. Wer weiß wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn wir in Führung gegangen wären."
Stattdessen musste Holz nur vier Minuten später mit ansehen, wie Norman Hurlbrink einen Freistoß aus 25 Metern unhaltbar zum 2:1 im oberen Eck des Einheit-Tores versenkte. Die Gastgeber versuchten den Vorsprung danach zu verwalten, gerieten in der Folgezeit aber immer mehr unter Druck. In der 84. Minute war schließlich der eingewechselte Jens Theidig zur Stelle und drückte den Ball zum letztendlich verdienten 2:2-Endstand über die Linie. Veritas Wittenberge/Breese: Marx (Tor) - Gehrke, Artlich, Bartkowiak, Barsewitz (78. Ploigt), Fechner, Kampehl, Hurlbrink, Münster, Gückel (55. Nörren), Lechleitner
Einheit Perleberg: Torster (Tor) - Feilke, Pankow, Steffen, Mengel, Behrendt, Richart, Becken, Hacker (60. Bauersfeld), Holtz (80. Neumann), Mostaller (73. Theidig)